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Reizthema

Familie

Über ungebetene Ratschläge…

14. Januar 2016

Wer kennt das nicht. Irgendjemand muss immer seinen Senf dazu geben. Gerne auch ungebeten. Ein absolutes Reizthema, wie ich finde. So richtig spürbar wird das ganze vor allem wenn Kinder im Spiel sind. Ratschläge hier, kleine Tipps und Tricks dort. Erkennungsmerkmal schlechthin sind Sätze wie: “Also früher bei uns…” , “Vielleicht solltest du besser…” ,”Ich hab das so und so gemacht!”. Sobald ich solche Sätze höre, fühle ich mich angegriffen und schalte in eine Art Verteidigungsmodus um. Völlig überzogen – ich weiß! Aber es ist auch anmaßend etwas besser wissen zu wollen und dieses bessere Wissen auch noch jemandem aufzudrängen.

Besonders eine Schwangerschaft scheint ja geradezu wie eine Einladung für ungebetene Kommentare zu sein. Als ich mein erstes Kind erwartete, war für mich alles neu. Natürlich wollte ich mich darüber austauschen und von den ganzen Untersuchungen erzählen. Bei Geburtstagsfeiern war die Schwangerschaft dann großes Thema. Wenn ich ein Glas Sekt zum Anstoßen verweigerte, kamen gleich schlaue Kommentare, dass es uns ja auch nicht geschadet hätte. (Zum Glück!) Man könne sich ruhig mal ein Gläschen gönnen. Kann man. Muss man aber nicht. Und ich habe entschieden keinen Alkohol während der Schwangerschaft zu trinken. Punkt. Da sind belächelnde Anmerkungen überflüssig.

Ist das Kind dann erst einmal da, kommen noch diverse Erziehungstipps dazu. Von “Du musst das Kind auch mal schreien lassen” bis hin zu “So langsam solltest du aber mal härter durchgreifen”. Was Eltern und Kind möchten, wird bei solchen Aussagen völlig außer Acht gelassen. Vor allem das Wort “musst” stört mich sehr. Als gäbe es nur diesen einen Weg und keine Alternative. Da prallen regelmäßig Welten aufeinander. Unterschiedliche Wertvorstellungen zeigen sich in endlosen Grundsatzdiskussionen. Auffallend dabei ist, dass sich überwiegend ältere Mitmenschen das Recht herausnehmen ungebeten Ratschläge zu erteilen. Ist man als Jüngerer dann anderer Meinung und stimmt dem Gesagten in keinem Fall zu, erntet man Sprüche wie: “Du wirst das schon noch selber merken…” Schließlich sei man ja noch grün hinter den Ohren.

Seit dem ich Mutter bin, habe ich (oft unbewusst) angefangen meine bisherigen Ansichten und Überzeugungen zu hinterfragen. Von einigem bin ich abgerückt, anderes habe ich dazugelernt. Mitgenommen aus solchen Erfahrungen habe ich aber, dass es am allerwichtigsten ist, dass man es so macht wie man es selbst möchte.Dabei sollte man so wenig wie möglich nach links und rechts schauen. Und wenn doch mal Bedarf ist, kann man sich ja immer noch an eine Vertrauensperson wenden und um Rat bitten. Ich bin der Meinung, dass sich nicht um sonst online eine große Eltern-Community gebildet hat. Die Werte und Ansichten junger Eltern haben sich geändert. Und man kommuniziert nun mal lieber mit Gleichgesinnten, als ständig auf Konfrontationskurs mit Andersdenkenden zu gehen.

*Photocredit: Robert de Bock

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