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Muttergefühle

Muttergefühle

Jungsmama zu sein, ist manchmal schwer…

10. Februar 2016

Ich weiß nicht recht wie ich es sagen soll. Es steht ja schon im Titel. Jungsmama zu sein fällt mir nicht immer leicht, denn manchmal habe ich das Gefühl, den Bedürfnissen meines Sohnes nicht gerecht zu werden. Man hört ja oft, dass Jungen lauter, wilder und ungestümer seien als Mädchen. Aus meiner ganz persönlichen Erfahrung heraus kann ich das so bestätigen. Unser Sohn und auch seine Kitakumpels sind fast alle durch die Bank weg sehr wilde Kerle. Nichts worüber man klagen müsste. Aber manchmal überfordert mich das. Oft ist es mir zu laut beim Spielen. Und oft weiß ich auch gar nicht wie ich mit ihm spielen soll. Er mag Dinos, Kämpfe und Crashbahnen. Es muss ordentlich krachen, KRAWUMM!!! und laut PENG!!! machen. Löwen und Tiger müssen erlegt werden. Autos bauen nur Unfälle. Und Ritter müssen in einer königlichen Schlacht eine neue Burg erobern. Ich kann damit recht wenig anfangen. Wenn es nach mir ginge, würden wir die Nachmittage bücherwälzend auf dem Sofa, bastelnd am Tisch oder mit einer Runde “Lotti Karotti” verbringen. Aber das ist ihm zu langweilig.

Neulich mochte er mit seinen großen Dinosaurierfiguren spielen. Und weil ich ahnte was genau er spielen wollte, sagte ich ohne nachzudenken: “Ich hab’ aber keine Lust mit Dinos zu spielen. Wollen wir nicht etwas anderes machen?” “Och Nööö!” Mit Tränen in den Augen und bitter enttäuscht, antwortete er mir: “Und warum habe ich die Dinos dann?!”

Es zerriss mir das Herz. Wie er vor mir stand, dieser kleine Mensch. In diesem Moment tat er mir so unglaublich leid. Weil ich selbst nur zu gut weiß, wie sich das anfühlt. Meine Eltern und auch Großeltern haben – soweit ich mich erinnern kann – nie so richtig mit mir gespielt. Vielleicht wussten sie damals auch nicht so recht wie. Aber weil ich noch genau weiß wie ich mich als kleines Mädchen fühlte, als die Antwort auf meine Frage nach einem gemeinsamen Spiel ein enttäuschendes “Nein” war, möchte ich, als seine Mutter, solche Gefühle nicht in ihm hervorrufen. Aber ich gehe einfach nicht in Rollenspielen mit gefräßigen T-Rex-Dinos und einem noch gefährlicherem “Spino” auf. Es bereitet mir schlichtweg keinerlei Freude. Ich komme mir blöd dabei vor – weiß nicht recht wie ich mitmachen soll. Und ich glaube mein Sohn merkt das. Zwar gebe ich mir Mühe, das Kreidezeit-Szenario mindestens genauso begeistert zu  spielen wie er, aber ich merke, dass ich nicht so ganz bei der Sache bin.

Jungsmama

Es ist nicht so, dass ich gar nicht gern mit ihm spiele. Basteln, Entdecken, Geschichten ausdenken und LEGO machen auch mir Spaß. Vor allem Letzteres könnte ich stundenlang machen.  Er leider nicht. Er braucht Action! Und das am liebsten von früh bis Abend. Es soll ja Eltern geben, die da leidenschaftlich gern mit machen. Die ihre Nachmittage ausschließlich den Interessen des Kindes widmen. Ich gehöre nicht dazu und schiele bewundernd zu den eben genannten aufopferungsvollen Eltern.

Als die Kleinkindzeit so langsam vorbeiging und man immer mehr merkte wie aktiv und energiegeladen er ist, dachten wir zunächst Sport würde einen Ausgleich schaffen. Hat nicht geklappt. Zweimal in der Woche und das Kind ist dennoch nicht ruhiger. Er ist wie er ist. Vielleicht liegt es am Winter. An den dunklen Nachmittagen, an denen man wetterbedingt nur zuhause hocken kann. Da macht sich das Problem besonders bemerkbar. Mit dem Frühling könnte es besser werden. Hoffe ich. Wenn wir wieder mehr draußen sind und er dort seine Energie herauslassen kann. Aber bitte nicht auf Spielplätzen. Die finde ich nämlich auch doof! Aber das ist ein anderes Thema. Jegliche Versuche seine Interessen in andere Bahnen zu lenken, schlugen fehl. Da wird gemotzt, geschmollt  und gebockt. Kann ich gut verstehen. Würde mich genauso ankotzen. Denn Spiele zu verweigern, die alle anderen Jungs aus seinem Umfeld spielen dürfen, ist schlichtweg nicht möglich oder besser gesagt unfair. Er gehört einfach zu diesen Kindern, die ständig Hummeln im Hintern haben. Wo der Mund nie still steht und ständig irgendwas irgendwo gefummelt werden muss. Ich glaub das hat er von mir. Sätze wie “Jetzt sitz doch endlich mal still!” hab ich zu genüge gehört.   Und auch ich fand es doof ständig ausgebremst zu werden oder immer alleine spielen zu müssen. Ich bemühe mich ja und versuche mit dem gleichen Feuereifer bei der Sache zu sein. Aber egal welche Rolle ich im Spiel dabei einnehme, es gelingt mir nicht. Es ist unauthentisch. Entweder ist mein Dinogebrüll nicht laut genug oder es ist erst gar kein richtiges Gebrüll. Pure Einfallslosigkeit meinerseits. Mittlerweile ist er in einem Alter wo das alleine spielen ganz gut klappt. Und ich muss ich ehrlich zugeben, dass ich mich darüber freue. Denn das bedeutet weniger Diskussion und weniger schlechtes Gewissen. Ich frag mich oft, ob es da nur mir so geht!? Bin ich eine Rabenmutter, weil ich das kindliche Bedürfnis nach Kampfspielen und Verfolgungsjagden nicht erfülle? Ich weiß es nicht. Ich weiß auch nicht wie mein Sohn das in 15 Jahren sieht. Ob er es mir vorwirft, dass ich mich so angestellt habe oder ob er es verstehen wird.  Keiner kann mir sagen, an was er sich erinnert wenn er einmal als Erwachsener auf seine Kindheit zurückblickt. Da ich aber nicht möchte, dass seine Erinnerungen nur spielen ohne seine Eltern beinhaltet, gehe ich Kompromisse ein. Aber reicht ihm das? Denn schließlich weiß er ja nicht, dass er es in dem Punkt besser hat. Weil überhaupt mit ihm gespielt wird. Es ist ein Dilemma. Zwischen der mütterlichen Lustlosigkeit und der kindlichen Begeisterung für actiongeladene Beschäftigung.

Muttergefühle

Wir lassen los, wenn wir es wollen!

20. Januar 2016

In unserer Gesellschaft wird Selbstständigkeit ganz groß geschrieben. Jeder muss für sich alleine klarkommen können. Braucht man Hilfe so gilt das oft als Versagen. Auch unseren Kindern wird möglichst zeitnah beigebracht ohne Hilfe zurechtkommen zu müssen. Das beginnt beim eigenen Bettchen und geht weiter bis zum großen Streit mit dem besten Freund. Kinder müssen lernen alleine klarzukommen – und das von Anfang an. Eltern und Kinder wird müssen von einander loslassen. Viel zu schnell, wie ich finde. Natürlich möchte auch ich, dass meine Kinder eigenständig denken und vieles selbstständig bewältigen können. Auch ich als Mutter möchte mal Zeit für mich und meine Interessen haben. Ganz klar! Was mich aber oftmals stört ist das Tempo, dass dabei vorausgesetzt wird.

So langsam sollte er aber mal alleine spielen können! Meinst du nicht sie sollte mal allein in ihrem Bett schlafen? In dem Alter hilfst du ihm noch dabei?

Warum ist es so wichtig, dass Kinder alleine schlafen müssen? Warum ist es schlimm, wenn ein Kind von 4 Jahren noch Hilfe beim Stiefelanziehen benötigt. Warum muss ich als Mutter mein Kind auch mal “abgeben” können? Ständig ist man mit einem Gefühl des Loslassens konfrontiert. Sei es das Kind, dass alleine im Bett schlafen muss obwohl es doch viel lieber mit Mama kuscheln möchte. Oder die Eltern, die die ersten Stunden mit dem Neugeborenen ganz für sich haben möchten. Oftmals wird die kindliche Selbstständigkeit höher geschätzt als bedürfnisorientiertes Handeln. Verweichlichen Kinder wirklich an zu viel “Bemutterung”? Und was wäre so schlimm daran?  Kinder können nur durch uns lernen im Leben zu bestehen. Die beste Basis dafür ist eine gesunde Bindung zu den Eltern. Um diese aufbauen zu können sollten die Bedürfnisse des Kindes respektiert und nach  Möglichkeit auch darauf eingegangen werden. Dass das nicht immer geht, ist mir auch klar! Wenn aber das Eltern-Kind-Verhältnis ständig von künstlich geschaffener Distanz geprägt ist, so kann es die Bindung doch erheblich stören.

Loslassen

Das “Loslassen” ist ein natürlicher Prozess, der im Idealfall ganz von alleine stattfindet. Im natürlichen Takt, den Mutter und Kind selbst bestimmen. Wird es forciert, so tut es beiden Seiten weh und richtet, im schlimmsten Fall, auch noch bleibenden Schaden an. Nicht umsonst hat eine frisch gebackene Mutter das Bedürfnis das eigene Kind zu tragen, zu wiegen und zu schmusen! Und genauso hat die Natur es auch  eingerichtet, dass Kinder die Nähe ihrer Eltern einfordern. Denn Nähe und Geborgenheit fördern die Bindung! Und diese ist für eine gesunde Entwicklung unabdingbar! Warum also mit aller Kraft diese natürlichen und existentiellen Bedürfnisse unterdrücken oder verhindern wollen? Wem hilft das? Meist sind Eltern und Kind unglücklich dabei! Also warum nicht lieber auf den natürlichen Rhythmus vertrauen und die Dinge geschehen lassen, wenn die Zeit dafür gekommen ist! Kinder geben selbst das Tempo vor. Irgendwann soll man nämlich gar nicht mehr helfen, denn dann möchte die Kinder ohnehin vieles alleine gemacht werden.

 

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